Was sind Flöhe?

Flöhe sind kleine, mit dem Auge kaum zu erkennende Parasiten, welche eine Länge von 1,5 bis 4,5 Millimetern erreichen können. In Mitteleuropa sind etwa 70 unterschiedliche Arten nachgewiesen. Weltweit gibt es allerdings bis zu 2.400 verschiedene Floharten.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Flöhe als Ei, Puppe oder Larve. Ein ausgewachsener Floh hält sich die meiste Zeit seines restlichen Lebens in der Umgebung eines Wirtstieres auf. Damit der Floh sich fortpflanzen kann, muss er vorher eine Blutmahlzeit zu sich nehmen.

Um weiter überleben zu können, benötigt ein Floh ein Wirtstier. Er trinkt dessen Blut und etwa 48 Stunden später beginnt der Parasit mit der Ablage mehrerer Hundert Eier. Die Eier, die nur einen halben Millimeter groß und weiß sind, fallen aus dem Fell. Die daraus schlüpfenden Larven verkriechen sich in dunkle Ecken und nisten sich dort ein. Als mögliche Nest-Orte zählen Polster, Teppiche, Decken, kleine Ritzen oder der Schlafplatz des Tieres.

Nach mehreren Häutungen und einer Verpuppung entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit aus der Larve wieder ein ausgewachsener Floh. Dieser Entwicklungszyklus kann je nach Umweltbedingungen bis zu sechs Monate dauern. Besonders in heißen Sommermonaten kann dies auch binnen weniger Tagen erfolgen.

Die Entwicklung von Flöhen

Bei Flöhen unterscheidet man verschiedene Arten, unter anderem zwischen „Menschenflöhen“ und „Hühnerflöhen“. Bei diesen beiden Arten erfolgt die erste Eiablage nur wenige Tage nach dem Blutsaugen. Dabei legen die Weibchen der Menschenflöhe in Schüben etwa sechs bis zehn und insgesamt 400 - 500 Eier ab. Die Hühnerflohweibchen bringen es dagegen nur auf 20 Eier. Wichtig ist, dass zwischen jeder Eiablage die Flöhe erneut Blut saugen müssen. Der Zyklus einer Eiablage dauert bis zu drei Monaten, und das bei einer Lebensdauer des Flohweibchens von etwa drei bis 18 Monaten. Die 0,25 bis 0,5 Millimeter langen Eier haben eine ovale, glatte Form und sind grauweiß. Nach rund vier, fünf Tagen schlüpfen die madenähnlichen Flohlarven. Sie sind behaart, fußlos und zwischen vier und fünf Millimeter lang. Ihre Nahrung besteht aus organischen Stoffen, wie Hautschuppen, Haare, Federn, Exkremente und Detritus (zerfallende organische Substanzen). Oftmals nehmen sie aber auch noch mit Blutbestandteilen gefüllte Exkremente von erwachsenen Flöhen auf.

Von der Häutung bis zum Schlüpfen

Während ihres Wachstums häuten sich die Larven mehrmals. Nach zweimaliger Häutung spinnen sie aus einem erhärtenden Speicheldrüsensekret einen Kokon. Außen an diesem Kokon bleiben viele Partikel der unmittelbaren Umgebung, wie Erde, Sandkörnchen, Haare, Federn oder kleine Gewebsteile, haften. Diese Anhaftungen bieten dem Kokon Schutz, weil er sich so nur schwer von seiner Umgebung abhebt. Nach einer dritten Häutung verpuppt sich die Larve innerhalb dieses schützenden Kokons und schlüpft bei Zimmertemperatur nach etwa acht bis 14 Tagen. Bei geringeren Temperaturen kann dieser Vorgang auch bis zu zwölf Monate andauern. Das hat zur Folge, dass eine Flohgeneration ein sehr unterschiedlich langes Leben haben kann, nämlich von 14 Tagen bis zu über einem Jahr. Der Lebensraum der Flohlarven befindet sich sehr oft in den Dielenritzen von Wohnungen oder Häusern, wo sich auch relativ schnell Schmutz ansammeln kann.

Flöhe sind nicht wirtsspezifisch

Die gerade geschlüpften und somit erwachsenen Flöhe sind sehr hungrig. Von wem sie ihr Blut kriegen, spielt für die Flöhe keine Rolle. Sie haben keine bevorzugten Wirte, sondern “docken“ bei dem nächstliegenden „Warmblüter“ an und stechen zu. Ihre scheinbare Vorliebe für bestimmte Tierarten ist somit in Wirklichkeit nur eine Folge der Bindung des Flohes und seiner Entwicklungsstadien an den jeweiligen Wohn- bzw. Aufenthaltsort seines Wirtes. So kann beispielsweise der Kaninchenfloh auch auf einem Seevogel einnisten, wenn der in einem Kaninchenbau brütet. Oder auch der Menschenfloh, er ist nicht nur auf den Menschen spezialisiert und fokussiert, sondern kommt häufig auch bei freilebenden Raubtieren oder bei Haustieren, wie Schwein, Schaf und Hund, vor. Wahrscheinlich sind die Flöhe sekundär auf den Menschen übergegangen. Denn streng wirtsspezifische Flöhe sind sehr selten, wie zum Beispiel der Uferschwalbenfloh und einige Maulwurfsflöhe.

Detailierte Informationen

  • Alter: Flöhe können bis zu 1,5 Jahre alt werden.
  • Größe: 1,5 bis 4,5 Millimeter.
  • Arten: 70 in Mitteleuropa, 2400 weltweit.
  • Eier: Weibchen können etwa 400 Eier während ihres Lebens legen.
  • Fortpflanzung: Je nach Temeratur unterschiedlich schnell. In der Regel dauert der Prozess 2 bis 4 Wochen.
  • Krankheiten: Eine Übersicht finden Sie hier.