Welche Krankheiten können durch Flöhe übertragen werden?

Flöhe können Sie und Ihre Tiere mit unterschiedlichen Krankheiten infizieren. Je nach Schwere der Infektion kann es leichte bis starke Auswirkungen auf Sie oder Ihr Haustier haben. Die häufigsten Symptome sind Juckreiz und Haarausfall.

Des Weiteren können Flöhe der Überträger des Hunde-Gurkenkernbandwurms – Dipylidium caninum (20 – 40 cm lang) sein. Von den Flohlarven können die Eier aufgenommen werden. Diese entwickeln sich im erwachsenen Floh zur Finne. Wird der finnentragende Floh von einer Katze oder einem Hund zerbissen und hinuntergeschluckt, gelangen die Entwicklungsstadien in den Darm des Tieres und wachsen hier zu einem Bandwurm heran. Selten wird auch der Mensch befallen. Eine Liste möglicher Krankheiten finden Sie nachfolgend.

Bandwürmer

Flöhe gelten nicht selten als auch Zwischenwirte für Bandwürmer. Denn die Eier des Bandwurmes werden von Flohlarven aufgenommen. Und bei der Fellpflege von Hunden und Katzen mit der Zunge kann ein mit diesem Bandwurm infizierter Floh in den Darm gelangen. Setzen sich die Wurmeier dann an der Darmschleimhaut des Hundes bzw. der Katze fest, entwickeln sich die Eier innerhalb von 20 Tagen zu einem ausgewachsenen Bandwurm, der im Durchschnitt zehn bis 70 Zentimeter lang und zwei bis drei Millimeter breit ist. Durch Kontakt mit anderen Hunden und Katzen kann sich ein Bandwurm, wie bei der Übertragung von Flöhen, auch andere Tiere befallen.

Das Tückische an Bandwurmerkrankung ist, dass sie oft ohne sichtbare Symptome erfolgt. Erst eine stärkere Erkrankung äußert sich bei den infizierten Tieren durch Abgeschlagenheit, leichtem Durchfall, Abmagerung oder Verstopfung. Ein Anzeichen für einen Bandwurm kann starker Juckreiz am After sein, der durch bewegliche Bandwurmglieder hervorrufen wird und zum sogenannten „Schlittenfahren“ führt. Hierbei rutscht der Hund sitzend auf seinem Hinterteil über den Boden. Bei genauem Hingucken sind einzelne Gliedmaßen des Bandwurms auch im Kot oder in der Analregion sichtbar. Für einen konkreten Befund ist allerdings eine mikroskopische Untersuchung des Kots bei einem Tierarzt notwendig.

Um dem entgegenzuwirken oder vorzubeugen, ist eine regelmäßige Wurmkur sehr wirksam. Diese Behandlung sollte bei besonders gefährdeten Tieren einmal pro Monat durchgeführt werden. Denn die unangenehmen „Untermieter“ können Hund und Katze ansonsten ein Leben lang begleiten! Entsprechende Präparate, ja nach Tierart, Rasse und Alter, gibt es beim Tierarzt. In der Regel ist eine Wurmkur für Tiere auch sehr gut verträglich.

Besonderes Augenmerk sollte auf dieses Thema gelegt werden, wenn kleine Kinder im Haushalt sind. Denn auch wenn Bandwürmer in der Regel nur Tiere und nur ganz selten Menschen befallen, kann es vorkommen, dass Kinder mit den Parasiten in Berührung kommen, wenn sie versehentlich Fragmente der befallenen Flöhe verschlucken.

Hirnhautentzündung

Die gefährliche Hirnhautentzündung, auch als Meningitis bekannt, ist eine von zahlreichen Krankheiten, die auch durch einen Flohbiss ausgelöst werden kann. Die Meningitis ist eine Infektionskrankheit, die vor allem von Viren oder Pilzen übertragen wird. Darüber hinaus ist eine Ansteckung auch durch Bakterien – beispielsweise Borrelien – möglich. Dabei bilden Flohstiche oft die Eintrittspforte für die gefährlichen Keime. Das Fatale an der Hirnhautentzündung ist, dass diese Krankheit bei den meisten Tieren zunächst ohne erkennbare Symptome verläuft. Erst im fortgeschrittenem Entzündungsstadium können Appetitverlust, Apathie und hohes Fieber auftreten. Auch schmerzende Entzündungen der Gelenke und Gliedmaßen sowie Bewegungsstörungen und auffallende Verhaltensstörungen können bei infizierten Tieren die Folge von Borreliose sein. Werden auch diese Anzeichen nicht wahrgenommen, und es wird kein Tierarzt aufgesucht, kann es im weiteren Krankheitsverlauf auch zur Schädigung von Organen – Nieren und Herz – kommen. Außerdem folgen Nervenentzündungen, Überempfindlichkeiten im Rückenbereich und akute Hautentzündungen mit wässrigen Ausschwitzungen.

Deshalb ist sehr wichtig sofort einen Tierarzt aufzusuchen, wenn eines der obengenannten Symptome in Erscheinung tritt. Die Behandlung der Hirnhautentzündung erfolgt durch Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen.

Flohallergie

Einige Tiere können auf Flohspeichel allergisch reagieren. Bei empfindlichen Vierbeinern reichtbereits ein einziger Flohstich aus, um eine Flohallergie auszulösen. Es kommt bei dieser Allergiezwischen dem Flohspeichel und den Proteinen in der Tierhaut zu einer Reaktion. Die Flohallergie, dieauch als Flohallergiedermatitis (FAD), Flohstichallergie, Flohspeichelallergie oder Floh-Stich-Hypersensibilität bezeichnet wird, ist oft mit extremem Juckreiz verbunden. Das damit verbundeneKratzen führt nicht selten zu eitrigen Hautentzündungen, Haarausfall und Krustenbildung im Rückenbereich der Tiere. Typisch für eine Flohallergie sind auch begleitende Symptomen wie Apathieoder Schwäche. Eine wirksame Therapie bei einer Flohallergie sind Spot-on- Präparate, deren Wirkstoffe die Fußorgane der Parasiten stark reizen. Dadurch beißen sich die Flöhe nicht mehr am Wirtstier fest und ergreifen die Flucht.

Fleckfieber

Eine weitere Infektionskrankheit ist das Fleckfieber. Es ist auch als Läusefieber, Läusefleckfieber und Faulfieber bekannt und wurde früher als Typhus bezeichnet. Über die Einstichstelle eines infizierten Flohs, wird der Erreger auch an Hund und Katze weitergeben. Hat sich ein Vierbeiner mit dem Fleckfieber infiziert, kommt es an der Einstichstelle zu einer blauschwarzen Färbung und einem starkem Juckreiz. Weitere Symptome können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bewusstseinsstörungen, in besonders schwerwiegenden Fällen, sein. Für Mitteleuropa ist die Gefahr einer Ansteckung aber sehr gering, da das Fleckfieber überwiegend in den Tropen und Subtropen auftritt. Sollte das Fleckfieber hierzulande aber doch einmal von einem Tierarzt Fleckfieber bei einem Haustier festgestellt werden, muss nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz der Fund des Fleckfiebererregers zusammen mit dem Namen des betroffenen Tieres sofort gemeldet werden.

Hautentzündungen und Haarausfall

Ist ein Tier von Flöhen befallen, führen die oft quälenden Flohstiche dazu, dass sich der Vierbeiner ständig kratzt und beißt. Und durch dieses Kratzen und Beißen kommt es zu Hautentzündungen und Haarausfall. Besonders auffällig sind die Entzündungen am Schwanzansatz. Sie können aber auch an anderen Körperstellen der Tiere auftreten. Leidet ein Tier an Hautentzündungen und Haarausfall, empfiehlt sich, sofort einen Tierarzt aufzusuchen, denn verschreibungspflichtige, entzündungshemmende Medikamente helfen gegen die Beschwerden und können weitere Infektionen verhindern.

Krankheit (Bezeichnung) Informationen
Typhus Typhus ist eine Infektionskrankheit, welche stufenförmigen Fieberanstieg, Bauchschmerzen, Darmverstopfung und langsamen Herzschlag verursachen kann.
Bandwürmer Bandwürmer sind Parasiten, welche sich im Darmtrakt einnisten und dort die Darmwände schädigen können.
Staphylokokken Strepholokokken und Staphylokokken sind Bakterien, welche Juckreiz und Entzündungen an den Einstich- bzw. Beißstellen hervorrufen können.
Fleckfieber Fleckfieber verursacht Schüttelfrost, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bewusstseinstrübungen. In Deutschland ist eine Infektion des Fleckfiebers unwahrscheinlich. In tropischen Gegenden besteht allerdings die Gefahr, durch einen Biss angesteckt zu werden.
Pest Es gibt verschiedene Arten der Pest. Die Pest ist die gefährlichste Erkrankung, die durch Flöhe auch auf den Menschen übertragen werden kann. Eine ausführliche Erklärung finden Sie dazu auf Wikipedia.